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Makrofotografie im Frühling: einfache Tipps von Profi-Fotografin Kerstin Schwister

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Die Makrofotografie bleibt heutzutage dank massentauglicher Kameratechnologie nicht mehr nur den Profis überlassen. Auch Otto-Normal-Fotografierer wie ich können damit nicht nur Marienkäfer & Co. perfekt in Szene setzen, sondern auch Baby-Füßchen oder Eheringe ganz individuell zur Geltung kommen lassen. Für richtig gute Tipps habe ich mir einen Profi zur Seite geholt, Kerstin Schwister. Sie hat bereits tolle Tipps zum Thema Kinderfotografie mit uns geteilt und zeigt uns heute, wie einfach Makrofotografie sein kann!

Was ist Makrofotografie?

Als Nah- oder Makrofotografie wird ein Bereich der Themenfotografie bezeichnet, bei dem Objekte bis zu einem Abbildungsmaßstab von ca. 1 : 1 fotografisch abgebildet werden.

Besonders toll wirkt das bei Ausschnitten oder kleinen Objekten, also z.B. Insekten, Blüten, Nahaufnahmen von Tieren oder auch Menschen.
Wer Genaueres wissen will, findet eine sehr gute Erklärung bei Wikipedia.

Welche Technik steckt dahinter? Was brauche ich für Makrofotografie?

Jede Kamera und sogar (fast) jedes Handy bieten heutzutage ein Makroprogramm. Diese Programme leisten bereits sehr gute Dienste. Ihr braucht also keine besondere oder teure Ausrüstung um gute Makrofotos zu machen. Viele benutzen bei Makroaufnahmen gerne ein Stativ, damit die Fotos nicht verwackeln und man gut fokussieren kann. Ich finde, das ist Geschmacksache und nicht zwingend nötig. Schließlich muss das Stativ erstmal aufgebaut und korrekt platziert werden.

Was fotografiere ich und vor allem wie fotografiere ich was?

Jetzt heißt es rausgehen in die Natur und ab in die Wiese! Und wenn ich in die Wiese sage, meine ich auch in die Wiese; auf eine Ebene mit dem Motiv. Ab in die Frosch- oder Käferperspektive. Probiere aus, was sich für Dein Objekt der Begierde am besten eignet. Manche Motive wirken auch von oben betrachtet richtig gut. Übe Dich ein wenig in Geduld … suche gezielt nach Tau- oder Regentropfen, kleinen Insekten. Vielleicht kommt ja ein Marienkäfer vorbei … oder der richtige Moment im Windhauch. Wichtig bei allen Varianten: acht auf die Drittelregel.

Ein weiterer Tipp: Bilder werden vom menschlichen Gehirn von links nach rechts, also wie Text „gelesen“. Vielleicht findet sich in Deiner Nähe etwas, das das Auge des Betrachters in das Bild führt, aber auch wieder heraus (z.B. ein Grashalm, ein Ast oder ähnliches).

Natürlich spielt auch das richtige Licht eine große Rolle. Die besten Lichtverhältnisse erwischst Du früh morgens, vor allem zur sogenannten Goldenen Stunde (kurz nach Sonnenaufgang) oder kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Sonne nicht so hoch am Himmel steht. Dabei erhält man ein wunderbar warmes und weiches Licht ohne harte Schatten. Schön sein kann auch direktes Gegenlicht mit wunderschönen Lichtkreisen und -reflexen, wenn z.B. durch ein Blätterdach einzelne Sonnenstrahlen in Ihre Szene fallen. Trau Dich was, experimentiere mit Farben, Formen, Kontrasten, verschiedenen Perspektiven, Tageszeiten und verschiedenen Wetterlagen.

Wenn Du dann auf Deinem Ausflug ein paar schöne Szenen eingefangen hast – übrigens ist es normal, dass man nur einige wenige verwertbare Bilder erzielt – kannst Du bei der finalen Bildbearbeitung am Computer noch ein wenig zaubern: Den Ausschnitt perfektionieren, Farben überarbeiten, einzelne Blüten nachschärfen oder Texturen hinzufügen.

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Wozu verwende ich Makrofotos?

Und dann hat man am Ende hoffentlich eine kleine aber feine Best-Of-Auswahl getroffen. Doch was dann? Ich finde es schade, wenn die Bilder auf meiner Festplatte versauern. An meiner persönlichen Kunst-Wand im Wohnzimmer wechsle ich beispielsweise passend zur Saison und Jahreszeit meinen Wandschmuck. Eine bunte Mischung aus Fotos und selbst gestalteten Gemälden. Von meinen diesjährigen Frühlingsaufnahmen habe ich eine Collage erstellt und eine Wanddekoration bestellt. Aufgrund der farbintensiven Motive  habe ich mich für das Acryl-Glas entschieden. Da wird das Motiv hinter das Glas kaschiert (=geklebt), wodurch es eine richtige Tiefe bekommt. Man kann fast sogar eintauchen ins Bild.

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Natürlich kann man die Makrofotografie auch in anderen Bereichen einsetzen. Ich für meinen Teil nutze sie oft und gerne bei der Baby-Fotografie – für die süßen Füße, Ohren, Hände, Härchen, Wimpern und Lippen. Das funktioniert auch wunderbar bei Deinem Haustier. Bei Hochzeiten setzt die Makrofotografie besonders Eheringe, den Brautstrauß und die Tischdeko in Szene.

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Ein letzter Tipp noch … hab Spaß!!!

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